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Wohlgeformtheitskriterien

DEFINITION Wohlgeformtheitskriterien:

Die Wohlgeformtheitskriterien sind im NLP ein Set von Leitfragen, mit denen überprüft wird, ob ein Ziel klar, erreichbar und systemisch stimmig formuliert ist.

Sie dienen dazu, Ziele so zu gestalten, dass sie nicht nur logisch sinnvoll, sondern auch emotional anschlussfähig und im eigenen System integrierbar sind.

Ein „wohlgeformtes“ Ziel ist damit mehr als ein SMART-Ziel: Es berücksichtigt zusätzlich innere Anteile, Kontext, Ökologie und Selbstverantwortung.

Anwendung Wohlgeformtheitskriterien:

Wohlgeformtheitskriterien werden im Coaching eingesetzt, wenn:

  • Ziele unklar, diffus oder widersprüchlich formuliert sind
  • Menschen trotz klarer Ziele nicht ins Handeln kommen
  • unbewusste Widerstände oder innere Konflikte auftreten
  • Veränderungsprozesse nachhaltig verankert werden sollen
  • Führungskräfte Ziele formulieren, die nicht nur logisch, sondern auch motivierend und anschlussfähig sind

 

Typische Fragen der Wohlgeformtheit sind:

  • Positiv formuliert: Was willst du erreichen? (nicht: Was willst du vermeiden?)
  • Selbst erreichbar: Liegt das Ziel in deiner eigenen Kontrolle?
  • Kontext geklärt: Wo, wann und mit wem soll das Ziel gelten?
  • Sinnlich überprüfbar: Woran genau merkst du, dass du dein Ziel erreicht hast?
  • Ökologisch stimmig: Passt das Ziel zu deinem Leben, deinen Werten und deinen Beziehungen?
  • Ressourcen vorhanden: Was brauchst du, um es umzusetzen?

ANWENDUNGSBEISPIELE:

Ein Klient sagt: „Ich will nicht mehr so gestresst sein.“

→ Das Ziel ist nicht wohlgeformt:

  • negativ formuliert
  • unspezifisch
  • nicht überprüfbar


Im Coaching wird das Ziel weiterentwickelt: „Ich gehe ab nächster Woche an drei Abenden bewusst früher aus dem Büro und nehme mir Zeit für Bewegung und Entspannung.“

→ Jetzt ist das Ziel:

  • positiv formuliert
  • konkret
  • überprüfbar
  • im eigenen Einflussbereich


Zusätzlich wird geprüft, ob das Ziel ökologisch stimmig ist – z. B. im Hinblick auf berufliche Anforderungen oder innere Antreiber.

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet sind Wohlgeformtheitskriterien ein wichtiges Instrument, um zu erkennen:

👉 Ob ein Ziel wirklich zum eigenen System gehört oder ob es fremdbestimmt ist.

Viele Ziele sind scheinbar sinnvoll, aber innerlich nicht anschlussfähig, weil sie:

  • aus Introjekten stammen („Ich sollte nicht erfolgreicher sein als mein Vater“),
  • gegen systemische Loyalitäten verstoßen,
  • nicht zur aktuellen Lebensphase passen und
  • innere Anteile nicht berücksichtigen.


Ein Ziel kann formal korrekt sein und trotzdem scheitern, wenn es nicht systemisch integriert ist.

Die Arbeit mit Wohlgeformtheitskriterien schafft hier Klarheit:

Sie verbindet Zielarbeit mit Selbstverbindung, Kontextbewusstsein und innerer Stimmigkeit.

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