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Transderivationale Suche (NLP)

Definition Transderivationale Suche (NLP):

Die transderivationale Suche beschreibt einen inneren Suchprozess, bei dem das Gehirn – ausgelöst durch sprachliche Reize – in seinem unbewussten Archiv nach Bedeutung, Erinnerungen oder Referenzerfahrungen sucht.

Typisch ist dabei, dass die Sprache mehrdeutig, offen oder unvollständig ist – wodurch der Hörer eingeladen wird, die Lücken mit eigenem Erleben zu füllen.

Im NLP wird dieser Prozess gezielt genutzt, um innere Suchbewegungen zu aktivieren, z. B. in Trancen, bei Metaphern oder durch vage Formulierungen im Milton-Modell.

Anwendung Transderivationale Suche (NLP):

Die transderivationale Suche kommt immer dann ins Spiel, wenn:

  • Sprache mehrdeutig oder suggestiv formuliert ist („Du erinnerst dich vielleicht an einen Moment …“),

  • unspezifische Verben oder Nominalisierungen verwendet werden („Etwas hat sich verändert …“),

  • der Klient in eine innere Trance geht – auf der Suche nach Sinn, Bildern oder Antworten,

  • Trancezustände oder kreative Prozesse eingeleitet werden sollen,

  • innere Weisheit, Ressourcen oder Lösungsideen nicht kognitiv, sondern intuitiv aufsteigen sollen.

Typische Einsatzfelder:

  • Trancearbeit und Hypnotherapie,

  • Coaching mit Metaphern,

  • Storytelling oder symbolische Sprache,

  • systemische Aufstellungen mit inneren Bildern,

  • Sprache, die das Bewusstsein umgeht und das Unbewusste aktiviert.

Anwendungsbeispiel Transderivationale Suche (NLP):

Ein Coach sagt in einer Trance: „Du kannst jetzt einfach mal schauen, welche innere Bewegung du spürst, während du dir erlaubst, nicht alles sofort verstehen zu müssen …“

Der Klient schließt die Augen – sein System geht auf transderivationale Suche: Woher kenne ich dieses Gefühl? Was meint „Bewegung“ für mich? Welche Bilder tauchen auf?

→ Diese Suchbewegung öffnet neue Bedeutungsräume – jenseits des bewussten Denkens.

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet kann transderivationale Suche verborgene Schichten aktivieren:

  • Introjekte oder fremde Stimmen, die plötzlich spürbar werden

  • transgenerationale Bilder, die sich zeigen, wenn Sprache sie nicht verhindert

  • alte Bedeutungsgebungen, die sich neu sortieren oder wandeln dürfen

Wichtig:

  • Die transderivationale Suche braucht einen sicheren Raum, da sie ungeschützte innerpsychische Areale berühren kann

  • Sie funktioniert nicht über Druck, sondern über Einladung, Raum und Resonanz

  • Besonders heilsam, wenn sie mit körperlicher Erdung und Ressourcenarbeit kombiniert wird

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