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Reframing

Definition Reframing (NLP):

Reframing bezeichnet im NLP die bewusste Veränderung des Bedeutungsrahmens („Frame“) einer Erfahrung, eines Verhaltens oder einer Situation. Dabei bleibt das Ereignis selbst unverändert, aber die Bedeutung, die ihm zugeschrieben wird, verschiebt sich.

Da Bedeutung Emotion und Verhalten steuert, führt ein veränderter Rahmen oft zu neuen Gefühlen, neuen Handlungsoptionen und mehr innerer Freiheit.

Reframing ist eines der zentralsten Prinzipien im NLP und gleichzeitig eines der am meisten missverstandenen.

Anwendung Reframing (NLP):

Reframing wird im Coaching und Business eingesetzt bei:

  • festgefahrenen Konflikten,

  • Selbstabwertung oder Scham,

  • problematischem Verhalten („Ich bin zu sensibel“),

  • Teamdynamiken,

  • Widerstand in Veränderungsprozessen,

  • Führungssituationen,

  • Glaubenssatzarbeit.

Wichtige Formen von Reframing:

  1. Kontext-Reframing

    Ein Verhalten ist in einem anderen Kontext sinnvoll.

    Beispiel: „Dickköpfigkeit“ wird zu „Durchhaltevermögen“.

  2. Bedeutungs-Reframing

    Die Interpretation eines Ereignisses wird verändert.

    Beispiel: „Kritik“ wird zu „Feedback mit Entwicklungspotenzial“.

  3. Verhandlungs-Reframing

    Zwei Eigenanteile finden eine neue, gemeinsame Lösung.

  4. Empfindung-Reframing

    Eine Körperepfindung erhält eine neue Bedeutung.

 

Reframing ist kein Schönreden, sondern ein Erweitern des Bedeutungsraums.

Beispiel Reframing (NLP):

Eine Führungskraft sagt:

„Ich bin zu kontrollierend. Das macht mich als Führungskraft ungeeignet.“

Im Coaching wird reframed:

  • In welchem Kontext ist Kontrolle hilfreich?

  • Wofür steht dieses Verhalten eigentlich?

  • Welche positive Absicht steckt dahinter?

Es zeigt sich:

Die Person hat ein starkes Verantwortungsgefühl und hohe Qualitätsansprüche. Das Reframing lautet nicht: „Kontrolle ist gut.“ Sondern: „Du hast ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und darfst lernen, es flexibler einzusetzen.“

→ Das Selbstbild verschiebt sich von Defizit zu Ressource mit Lernfeld.

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet sind viele negative Selbstzuschreibungen stabile Bedeutungsrahmen aus dem Herkunftssystem.

Beispiele:

  • „Ich bin schwierig.“

  • „Ich bin zu viel.“

  • „Ich darf nicht widersprechen.“

Reframing bedeutet hier:

  1. Die ursprüngliche Funktion würdigen

  2. Den systemischen Ursprung erkennen

  3. Den Rahmen im heutigen Kontext neu wählen

Wichtig: Wenn ein Anteil ein Introjekt ist, reicht Reframing meist nicht. Dann braucht es zuerst Entflechtung.

Reframing wirkt nachhaltig nur dann, wenn der neue Rahmen innerlich stimmig ist – nicht kognitiv konstruiert, sondern emotional integrierbar.

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