Dein NLPedia – das systemische NLP Lexikon von WildWechsel– für Coaches, Trainer*innen und alle, die NLP fundiert anwenden wollen

Problemtrance

Definition Problemtrance (NLP):

Problemtrance bezeichnet im NLP einen inneren Zustand, in dem sich Aufmerksamkeit, Denken und Wahrnehmung auf ein Problem verengen und dieses dadurch subjektiv verstärkt wird.

Die Person ist dabei meist unbewusst in einer Art Trance, in der:

  • immer wieder dieselben Gedanken kreisen
  • belastende innere Bilder aktiviert werden
  • negative Emotionen sich selbst verstärken


Das Problem wird nicht nur beschrieben, sondern innerlich permanent wiedererlebt.

Problemtrance ist damit kein bewusster Denkprozess, sondern ein selbststabilisierender Zustand, der die Wahrnehmung einschränkt und Lösungsräume verdeckt.

Anwendung Problemtrance (NLP):

Das Konzept der Problemtrance ist im Coaching zentral, wenn:

  • Klient*innen sich im Kreis drehen
  • Probleme als „unlösbar“ erlebt werden
  • starke emotionale Verstrickung vorliegt
  • der Fokus ausschließlich auf dem liegt, was nicht funktioniert
  • Lösungsansätze nicht gesehen oder sofort verworfen werden


Typische Merkmale einer Problemtrance:

  • Fokus auf Vergangenheit („Warum ist das passiert?“)
  • Fokus auf Defizite („Was stimmt nicht mit mir?“)
  • enge, dunkle, nahe innere Bilder
  • körperliche Anspannung
  • Gefühl von Ausweglosigkeit


Im NLP geht es nicht darum, das Problem zu analysieren, sondern:
👉 die Problemtrance zu unterbrechen und in eine Lösungstrance zu wechseln

ANWENDUNGSBEISPIEL:

Ein Klient sagt:
„Ich kriege das einfach nicht hin. Ich habe schon alles versucht.“

Im Gespräch zeigt sich:

  • Er erzählt immer wieder dieselben Beispiele
  • seine Aufmerksamkeit bleibt vollständig im Problem
  • mögliche Lösungen werden sofort relativiert


→ Klassische Problemtrance.

Im Coaching wird interveniert:

  • Fokuswechsel („Was würde stattdessen funktionieren?“)
  • Perspektivwechsel (Wahrnehmungspositionen)
  • Aktivierung von Ressourcen
  • Veränderung innerer Bilder


→ Der Zustand verändert sich und damit auch die Denkmöglichkeiten.

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet kann Problemtrance auch Ausdruck tieferer Dynamiken sein:

  • Loyalität zu einem leidenden System („Ich darf es nicht leichter haben“)
  • übernommene Problemperspektiven (Introjekte)
  • Identifikation mit einer Rolle (z. B. „die, bei der es immer schwierig ist“)
  • unbewusste Bindung an Schmerz oder Mangel

Das bedeutet: 👉 Die Problemtrance erfüllt oft eine Funktion – auch wenn sie belastend ist.

Im Coaching ist daher wichtig zu klären:

  • Wofür ist dieses Problem nützlich?
  • Was würde sich verändern, wenn es gelöst wäre?
  • Darfst du überhaupt in die Lösung gehen?

Erst wenn diese Ebene berücksichtigt wird, kann sich die Problemtrance nachhaltig lösen.

NLP-PERSPEKTIVE:

Im NLP wird Problemtrance als Gegenpol zur Lösungstrance verstanden.

Viele Interventionen zielen darauf ab, die Aufmerksamkeit bewusst zu verschieben:

  • durch Reframing
  • durch Zukunftsprojektion
  • durch Zustandsmanagement
  • durch Veränderung der Submodalitäten
  • durch Milton-Sprachmuster, die neue innere Suchprozesse anstoßen


Die zentrale Idee:
👉 Die Qualität deiner Aufmerksamkeit bestimmt die Qualität deiner Realität.

Verwandte Begriffe:

WildWechsel in Zahlen

Zertifiziert von den großen nationalen & internationalen Verbänden

EANLP Logo
Logo DVNLP
Logo INLPTA
Logo In
Logo DNLPCV