Das systemische NLP Lexikon von WildWechsel– für Coaches, Trainer*innen und alle, die NLP fundiert anwenden wollen

Feedback (WWW-Methode)

Definition Feedback (WWW-Methode):

Das WWW-Feedback ist ein Kommunikationsmodell aus dem NLP und Coaching, das hilft, Rückmeldungen klar, wertschätzend und entwicklungsorientiert zu formulieren.

WWW steht dabei für:

  • Wahrnehmung – Was habe ich konkret beobachtet?
  • Wirkung – Welche Wirkung hat das auf mich oder andere?
  • Wunsch – Was wünsche ich mir stattdessen oder zukünftig?

Das Modell verhindert pauschale Bewertungen oder Angriffe und unterstützt eine Kommunikation, die verständlich und anschlussfähig bleibt.

Anwendung:

WWW-Feedback eignet sich besonders:

  • in Mitarbeitergesprächen
  • in Teams und Führung
  • in Coachingprozessen
  • in Partnerschaften oder Konflikten
  • überall dort, wo Rückmeldung gegeben werden soll, ohne zu verletzen oder zu eskalieren

Der große Vorteil:
Das Feedback bleibt konkret und nachvollziehbar.

Statt:
„Du bist unzuverlässig.“

heißt es z. B.:
„Mir ist aufgefallen, dass die Unterlagen gestern nicht fertig waren (Wahrnehmung). Dadurch entstand bei mir Stress kurz vor dem Termin (Wirkung). Ich wünsche mir, dass wir beim nächsten Mal früher Rückmeldung bekommen, falls es eng wird (Wunsch).“

Anwendungsbeispiel:

Eine Führungskraft möchte einem Mitarbeitenden Feedback geben, ohne Vorwürfe zu machen.

Statt:
„Du bist im Meeting immer so negativ.“

nutzt sie das WWW-Modell:

Wahrnehmung:
„Mir ist aufgefallen, dass du in den letzten beiden Meetings mehrfach ausschließlich auf Risiken hingewiesen hast.“

Wirkung:
„Dadurch entstand bei mir Unsicherheit und die Diskussion wurde deutlich vorsichtiger.“

Wunsch:
„Ich wünsche mir, dass du Risiken weiter ansprichst, aber zusätzlich auch mögliche Lösungen einbringst.“

→ Das Feedback bleibt klar, ohne die Person abzuwerten.

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet ist Feedback nie neutral, es beeinflusst immer Beziehungen und Dynamiken im System.

WWW-Feedback hilft dabei:

  • Verhalten von Identität zu trennen
  • Schuldzuweisungen zu reduzieren
  • Klarheit ohne Angriff zu ermöglichen

Besonders wichtig ist der erste Schritt:
die Wahrnehmung möglichst konkret und beobachtbar zu formulieren, denn viele Konflikte eskalieren, wenn Bewertungen als Fakten dargestellt werden.

Beispiel:

  • „Du bist respektlos“ = Interpretation
  • „Du hast mich dreimal unterbrochen“ = Wahrnehmung

Dadurch wird Kommunikation:

  • klarer
  • weniger defensiv
  • lösungsorientierter

NLP Perspektive:

Im NLP passt WWW-Feedback besonders gut zu:

  • präziser Sprache aus dem Meta-Modell
  • Rapport
  • Wahrnehmungsschulung
  • Reframing

Das Modell unterstützt eine zentrale NLP-Haltung:
Trenne Verhalten und Person.

Dadurch entsteht mehr:

  • Lernfähigkeit
  • Selbstreflexion
  • Entwicklungsspielraum

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