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Wertehierarchie

DEFINITION Wertehierarchie:

Die Wertehierarchie beschreibt im NLP die Rangordnung der persönlichen Werte eines Menschen. Sie bestimmt, welcher Wert in einer konkreten Situation Vorrang hat, wenn mehrere Werte gleichzeitig relevant sind.

Da Menschen selten nur einen Wert gleichzeitig verfolgen, entsteht Orientierung erst durch die Hierarchie:

👉 Was ist mir wichtiger als was?

Diese innere Ordnung wirkt meist unbewusst – steuert aber Entscheidungen, Verhalten und emotionale Reaktionen maßgeblich.

Anwendung Wertehierarchie:

Die Arbeit mit der Wertehierarchie ist besonders hilfreich, wenn:

  • Menschen Entscheidungen nicht treffen können
  • Ziele immer wieder scheitern oder aufgegeben werden
  • innere Konflikte auftreten (z. B. Sicherheit vs. Freiheit)
  • Motivation fehlt oder schwankt
  • Führungskräfte zwischen widersprüchlichen Anforderungen abwägen
  • Lebensphasenwechsel anstehen (z. B. Karriere, Familie, Selbstständigkeit)


Im Coaching wird die Wertehierarchie sichtbar gemacht durch Fragen wie:

  • Was ist dir in dieser Situation am wichtigsten?
  • Wenn du dich entscheiden müsstest – was hätte Vorrang?
  • Was müsstest du verlieren, damit du diesen Wert aufgibst?
  • Wofür investierst du deine Zeit und dein Geld?


Ziel ist es, die oft implizite Rangfolge bewusst zu machen und ggf. neu auszurichten.

ANWENDUNGSBEISPIEL:

Eine Führungskraft sagt:

„Ich will beruflich vorankommen, aber ich nehme die Chance nicht wahr.“

Im Coaching zeigt sich:

  • Wert 1: Familie
  • Wert 2: Sicherheit
  • Wert 3: Entwicklung


Die Führungskraft befürchtet unbewusst, dass die angestrebte Veränderung die beiden oberen Werte gefährden würde.

→ Die Person ist nicht „unmotiviert“, sondern handelt logisch innerhalb ihrer Wertehierarchie.

Erst durch diese Klarheit kann entschieden werden:

  • Soll die Hierarchie angepasst werden?
  • Oder findet sich ein Weg, Entwicklung zu ermöglichen, ohne Familie und Sicherheit zu gefährden?

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet ist die Wertehierarchie häufig nicht rein individuell, sondern geprägt durch:

  • Herkunftsfamilie
  • kulturelle Normen
  • organisationale Erwartungen
  • übernommene Glaubenssätze (Introjekte)


Beispiele:

  • „Sicherheit geht vor Risiko.“
  • „Familie steht über allem.“
  • „Leistung ist wichtiger als Bedürfnisse.“


Diese Hierarchien können sinnvoll sein oder Entwicklung begrenzen.

Im Coaching wird daher oft geklärt:

👉 Ist das deine Hierarchie oder eine übernommene?

👉 Passt sie noch zu deinem heutigen Leben?

👉 Welche Wertehierarchie möchtest du stattdessen leben?

Eine bewusste Wertehierarchie ermöglicht:

  • klarere Entscheidungen
  • weniger innere Konflikte
  • mehr Selbstführung

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