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Vergleichstilgung ist eine Kategorie des Meta-Modells der Sprache im NLP. Sie beschreibt sprachliche Aussagen, bei denen ein Vergleich gemacht wird – ohne dass klar ist, womit verglichen wird.
Ein Teil der Information fehlt. Das erschwert nicht nur das Verstehen, sondern kann auch zu emotionalen Verzerrungen oder unklaren Bewertungen führen.
Beispiele:
„Es ist besser so.“ – Besser als was?
„Ich fühle mich kleiner.“ – Kleiner als wann oder als wer?
„Sie ist viel zu direkt.“ – Im Vergleich zu wem oder was?
Es werden unterschieden:
Vergleichstilgungen treten besonders häufig auf:
bei emotional eingefärbten Bewertungen („zu viel“, „nicht genug“, „besser“)
in Beziehungskonflikten, wo implizite Maßstäbe mitlaufen
bei Glaubenssätzen, die pauschal wirken, aber auf nicht benannten Erfahrungen beruhen
in Verhandlungen, Teamprozessen oder Führungssituationen, wo Unklarheit zu Missverständnissen führt
im Coaching, wenn Klient*innen ihre Entwicklung oder ihren Zustand bewerten, ohne zu sagen, woran sie es messen
Im NLP werden solche Sätze durch gezielte Meta-Modell-Fragen präzisiert und zurück in die Tiefenstruktur geführt, indem nach dem Vergleichkriterium gefragt wird:
„Besser als was?“
„Im Vergleich wozu?“
„Gemessen an welchem Maßstab?“
Ein Klient sagt: „Ich bin viel zu langsam.“
→ Vergleichstilgung: „Zu langsam“ – im Vergleich zu wem? Zu wann? Gemessen an welchem Maßstab?
Durch gezielte Rückfragen zeigt sich: Der Klient vergleicht sich mit einem früheren Chef, der regelmäßig 60 Wochenstunden arbeitete. Er blendet aus, dass dieser Vorgesetzte einen schweren Burnout erlitt und drei gescheiterte Ehen hinter sich. als er sich dies bewusst machte, konnte er seine Selbstabwertung verändern.
→ Die Arbeit an der Vergleichstilgung ermöglicht eine neue, selbstbestimmte Bezugsgröße und führt zu mehr innerer Erlaubnis und Klarheit.
Systemisch betrachtet enthalten viele Vergleichstilgungen verdeckte Introjekte oder übernommene Maßstäbe – etwa aus der Familie, aus alten Beziehungserfahrungen oder gesellschaftlichen Zuschreibungen.
Beispiele:
„Ich muss schneller sein.“ → Möglicherweise ein elterlicher Leistungsanspruch
„Ich bin nicht gut genug.“ → Vergleich mit einem idealisierten (aber unerreichbaren) Bild
„Andere schaffen das auch.“ → Wer genau? Und unter welchen Bedingungen? Und zu welchem Preis?
Coaching mit Vergleichstilgung heißt auch: Fremde Maßstäbe erkennen, würdigen und zurückgeben.
Danach kann ein individuell stimmiger Maßstab entstehen, der Selbstführung statt Selbstabwertung ermöglicht.