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Tilgung ist eine der drei Hauptkategorien im Meta-Modell der Sprache des NLP – neben Generalisierung und Verzerrung.
Tilgung bedeutet, dass in einer sprachlichen Aussage Informationen ausgelassen oder weggelassen werden. Ein Teil der ursprünglichen Erfahrung bleibt unausgesprochen – und wird dadurch unscharf oder interpretationsbedürftig.
Unser Gehirn tilgt ständig Informationen, um Komplexität zu reduzieren. Das ist grundsätzlich sinnvoll. Problematisch wird es jedoch, wenn entscheidende Aspekte fehlen – etwa bei Emotionen, Bewertungen oder Verantwortlichkeiten.
Tilgungen sind im Coaching besonders relevant, wenn:
Typische Beispiele für Tilgung:
Im NLP werden Tilgungen durch präzise Fragen wieder aufgefüllt. Ziel ist es, von der Oberflächenstruktur zurück zur Tiefenstruktur zu gelangen – also zum vollständigen inneren Erleben.
Eine Klientin sagt:
„Ich werde im Job nicht gesehen.“
Das ist eine starke Aussage – mit mehreren Tilgungen:
Im Gespräch wird deutlich:
Es geht um zwei spezifische Meetings, in denen ihre Beiträge übergangen wurden.
→ Aus einem diffusen Gefühl entsteht ein klarer Kontext – und damit konkrete Handlungsoptionen.
Systemisch betrachtet können Tilgungen Hinweise auf Tabus, Loyalitäten oder unbewusste Schutzmechanismen sein.
Beispiele:
Oft werden gerade die Aspekte getilgt, die im Familiensystem nicht gefühlt oder benannt werden durften.
Die Arbeit mit Tilgungen bedeutet daher auch:
Nicht um zu konfrontieren, sondern um Bewusstheit und Wahlfreiheit zu erweitern.