Dein NLPedia – das systemische NLP Lexikon von WildWechsel– für Coaches, Trainer*innen und alle, die NLP fundiert anwenden wollen
Ein Double Bind (doppelte Bindung) bezeichnet eine Kommunikations- oder Beziehungssituation, in der eine Person zwei sich widersprechende Botschaften gleichzeitig erhält, die beide bindend sind und keine der möglichen Reaktionen konfliktfrei ist.
Typisch ist dabei:
Der Begriff wurde ursprünglich im Kontext von Kommunikationsforschung und Systemtheorie geprägt, u. a. durch Gregory Bateson.
Im NLP wird der Double Bind sowohl als problematische Dynamik als auch als bewusst eingesetztes, konstruktives Sprachmuster verstanden.
Double Binds begegnen im Coaching und Alltag in zwei unterschiedlichen Formen:
1. Unbewusster Double Bind (problematisch)
2. Bewusster Double Bind (Intervention im NLP)
Beispiel für einen konstruktiven Double Bind: „Möchtest du jetzt anfangen oder dir noch einen Moment Zeit nehmen, bevor du beginnst?“
→ Beide Optionen führen zur Handlung.
Problematischer Double Bind (Business-Kontext):
Eine Führungskraft sagt zu einem Mitarbeitenden:
👉 „Sei bitte selbstständig, aber stimme dich immer eng mit mir ab.“
→ Der Mitarbeitende kann es nicht richtig machen:
Die Folge:
Konstruktiver Double Bind (Coaching):
👉 „Möchtest du diese Veränderung eher Schritt für Schritt angehen oder direkt einen klaren ersten Schritt machen?“
→ Die Wahl bleibt bestehen, aber beide Optionen fördern Bewegung.
Systemisch betrachtet entstehen Double Binds häufig in Kontexten, in denen:
Beispiele:
Solche Dynamiken können besonders stark wirken, wenn sie aus frühen Beziehungserfahrungen stammen. Sie führen oft zu:
Im Coaching ist daher zentral:
👉 Double Binds sichtbar machen
👉 die widersprüchlichen Botschaften benennen
👉 eine klare Entscheidungsebene schaffen
Im NLP wird der Double Bind bewusst als Sprachmuster genutzt, insbesondere im Milton-Modell.
Ziel dabei:
Wichtig ist die Unterscheidung:
👉 Ein unbewusster Double Bind erzeugt Stress
👉 Ein bewusster Double Bind schafft sanfte Führung und Orientierung