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Affirmationen

DEFINITION Affirmationen:

Affirmationen sind bewusst formulierte, meist kurze und positiv ausgerichtete Aussagen, die regelmäßig wiederholt werden, um Einstellungen, Selbstbilder, Überzeugungen oder gewünschte innere Zustände zu beeinflussen.

Typische Beispiele sind:

„Ich vertraue mir.“
„Ich darf erfolgreich sein.“
„Ich bin selbstbewusst und souverän.“

Affirmationen beruhen auf der Idee, dass wiederholte Gedanken Einfluss darauf haben können, worauf Menschen ihre Aufmerksamkeit richten, wie sie Situationen bewerten und welches Verhalten sie für möglich halten.

Im NLP können Affirmationen als sprachliche Intervention verstanden werden. Ihre Wirkung hängt jedoch entscheidend davon ab, ob die Aussage zur inneren Erlebniswelt des Menschen passt.

Denn ein Satz wird nicht allein dadurch zum wirksamen Glaubenssatz, dass er häufig wiederholt wird.

Anwendung:

Affirmationen werden unter anderem eingesetzt bei:

  • der Arbeit mit Selbstbild und Selbstwert
  • Ziel- und Ressourcenarbeit
  • Veränderung hinderlicher innerer Dialoge
  • Vorbereitung auf herausfordernde Situationen
  • Entwicklung neuer Gewohnheiten
  • Stärkung gewünschter Einstellungen und Zustände

 

Besonders sinnvoll sind Affirmationen, wenn sie glaubwürdig, konkret und mit einer tatsächlichen inneren Erfahrung verbunden sind.

Problematisch können dagegen Aussagen sein, die dem gegenwärtigen Erleben massiv widersprechen.

Wer beispielsweise überzeugt ist:

„Ich bin ein Versager.“

und sich täglich sagt:

„Ich bin unglaublich erfolgreich.“

kann innerlich unmittelbar mit einem Gegenargument reagieren:

„So ein Unsinn.“

Die Affirmation aktiviert dann möglicherweise gerade den Glaubenssatz, den sie verändern soll.

ANWENDUNGSBEISPIEL:

Eine Führungskraft fühlt sich in wichtigen Meetings unsicher und möchte mit der Affirmation arbeiten:

„Ich bin vollkommen souverän und selbstbewusst.“

Beim Aussprechen merkt sie jedoch sofort innere Anspannung und denkt:

„Das stimmt doch überhaupt nicht.“

Statt die Aussage einfach häufiger zu wiederholen, wird zunächst nach einer Formulierung gesucht, die für sie innerlich anschlussfähig ist:

„Ich kann auch dann klar sprechen, wenn ich aufgeregt bin.“

Dazu erinnert sie sich an konkrete Situationen, in denen ihr genau das bereits gelungen ist.

Die sprachliche Aussage wird dadurch mit realen Ressourcen und Erfahrungen verbunden. Sie muss nicht mehr gegen das bestehende innere Modell ankämpfen, sondern kann an bereits vorhandene Erfahrungen anknüpfen.

Systemischer Kontext:

Aus systemischer Perspektive sollte bei Affirmationen zusätzlich geprüft werden, gegen welche bestehenden inneren Botschaften eine neue Aussage möglicherweise antritt.

Ein Satz wie:

„Ich darf erfolgreicher sein als meine Familie.“

kann beispielsweise starke innere Gegenreaktionen auslösen, wenn Erfolg unbewusst mit Distanz, Verrat oder dem Verlust von Zugehörigkeit verbunden ist.

Ebenso kann hinter einer negativen Selbstbeschreibung ein Introjekt stehen:

„Aus dir wird sowieso nichts.“

Dann wäre es zu kurz gegriffen, einfach die gegenteilige Affirmation:

„Ich kann alles erreichen.“

darüberzulegen.

Zunächst sollte geklärt werden:

Wessen Satz ist das eigentlich?

Handelt es sich um eine übernommene Botschaft, kann es sinnvoller sein, diese als Fremdanteil zu erkennen und zuzuordnen, statt sie durch permanente positive Gegensätze bekämpfen zu wollen.

NLP-PERSPEKTIVE:

Aus NLP-Sicht reicht Sprache allein häufig nicht aus, um tief verankerte Muster zu verändern. Entscheidend ist die innere Repräsentation, die eine Aussage auslöst.

Bei einer Affirmation kann deshalb untersucht werden:

  • Welche inneren Bilder entstehen?
  • Welche innere Stimme ist zu hören?
  • Welche Körperempfindungen treten auf?
  • Welche Gegenargumente entstehen?
  • Welche Glaubenssätze werden aktiviert?
  • Passt die Aussage zu den eigenen Werten?
  • Welche konkreten Erfahrungen bestätigen sie bereits?

 

Affirmationen können wirkungsvoller werden, wenn sie mit anderen NLP-Elementen verbunden werden, beispielsweise mit Ressourcenankern, Visualisierung, Submodalitätenarbeit oder Future Pace.

Wichtig ist außerdem die wissenschaftliche Einordnung: Die pauschale Vorstellung, man könne durch häufiges Wiederholen beliebiger positiver Sätze das „Unterbewusstsein umprogrammieren“, ist so nicht belegt. Forschung zu positiven Selbst-Aussagen weist sogar darauf hin, dass stark unglaubwürdige Aussagen bei Menschen mit niedrigem Selbstwert unter bestimmten Bedingungen negative Effekte haben können.

Affirmationen sind daher am sinnvollsten nicht als magische Selbstprogrammierung, sondern als ein mögliches Werkzeug zur bewussten Ausrichtung von Aufmerksamkeit, innerer Sprache und Ressourcen.

Verwandte Begriffe:

• Glaubenssatz
• Innerer Dialog
• Ressourcenanker

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