Das systemische NLP Lexikon von WildWechsel– für Coaches, Trainer*innen und alle, die NLP fundiert anwenden wollen

Sekundärgefühl

Definition Sekundärgefühl:

Ein Sekundärgefühl ist ein Gefühl, das ein – sozial unerwünschtes – Primärgefühl überlagert.

Es dient häufig als:

  • Schutzmechanismus
  • Kontrollstrategie
  • Anpassungsreaktion

Sekundärgefühle wirken manipulativ. Sie sind meist nicht situationsangemessen und verursachen beim Gegenüber Genervtheit oder Langeweile. Anders als die Primärgefühle fließen sie nicht und halten üblicherweise länger an als 15 Minuten.

Typische Beispiele:

  • Wut statt Angst
  • Zynismus statt Trauer
  • Kälte statt Verletzlichkeit

👉 Das Sekundärgefühl schützt vor dem eigentlichen emotionalen Erleben.

Anwendung:

Die Arbeit mit Sekundärgefühlen ist zentral, wenn:

  • Emotionen „übertrieben“ wirken
  • Konflikte schnell eskalieren
  • Menschen emotional schwer erreichbar sind
  • immer dieselben Reaktionen auftreten

Im Coaching wird gefragt:
👉 Welches Primärgefühl liegt darunter? Wofür war das Sekundärgefühl einmal gut?

Anwendungsbeispiel:

Ein Mann reagiert bei Kritik sofort aggressiv.

Im Coaching zeigt sich: Unter der Aggression liegt Scham und die Angst, zu versagen

→ Die Aggression schützt vor dem schmerzhafteren Primärgefühl.

Systemischer Kontext:

Sekundärgefühle entstehen oft durch frühe Erfahrungen und soziale Konditionierung:

  • „Gefühle zeigen ist gefährlich.“
  • „Sei stark.“
  • „Weinen bringt nichts.“

Dadurch entwickeln Menschen emotionale Schutzmuster, die später automatisch ablaufen.

Das Problem: Das Sekundärgefühl schützt zwar, verhindert aber auch echten Kontakt.

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