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Zentrierung

DEFINITION Zentrierung:

Zentrierung beschreibt im NLP einen inneren Zustand von Klarheit, Präsenz und innerer Ausrichtung, in dem ein Mensch mit sich selbst verbunden ist und aus seiner Mitte heraus handelt.

In einem zentrierten Zustand sind Körper, Emotionen und Kognition stimmig aufeinander abgestimmt. Die Person ist weder überflutet noch abgeschnitten, sondern handlungsfähig, wahrnehmungsoffen und innerlich stabil.

Zentrierung ist damit kein Ziel im Sinne eines Endzustands, sondern eine bewusst herstellbare innere Position, aus der heraus Selbstführung möglich wird.

Anwendung Zentrierung:

Zentrierung ist eine Schlüsselkompetenz im NLP, besonders in Situationen, in denen Menschen:

  • unter Druck stehen (z. B. Präsentationen, Konflikte, schwierige Gespräche)
  • emotional aktiviert sind (Wut, Angst, Überforderung)
  • klare Entscheidungen treffen müssen
  • in Führungsrollen präsent und wirksam sein wollen
  • als Coach oder Trainer stabil im Kontakt bleiben möchten


Typische Einsatzfelder:

  • Vor wichtigen Gesprächen oder Auftritten
  • In akuten Stressmomenten, um wieder handlungsfähig zu werden
  • Im Coaching, um als Coach klar und nicht „verstrickt“ zu sein
  • In der Konfliktarbeit, um nicht in Reaktionsmuster zu kippen


Zentrierung ist oft die Voraussetzung dafür, dass andere NLP-Techniken überhaupt wirksam eingesetzt werden können.

ANWENDUNGSBEISPIEL:

Eine Führungskraft geht in ein schwieriges Mitarbeitergespräch. Normalerweise wird sie in solchen Situationen schnell emotional und verliert an Klarheit.

Vor dem Gespräch nimmt sie sich bewusst einen Moment zur Zentrierung:

  • sie richtet ihre Aufmerksamkeit auf ihren Körper,
  • spürt ihre Füße am Boden,
  • reguliert ihren Atem und
  • verbindet sich mit einer inneren Haltung von Klarheit und Ruhe


Im Gespräch bleibt sie dadurch deutlich stabiler, reagiert weniger impulsiv und kann klarer kommunizieren.

Systemischer Kontext:

Systemisch betrachtet ist Zentrierung die Fähigkeit, bei sich zu bleiben, auch in komplexen oder emotional aufgeladenen Systemen.


Ohne Zentrierung geraten Menschen schnell in:

  • Überverantwortung (Parentifizierung)
  • Anpassung oder Rückzug
  • emotionale Verstrickung mit anderen
  • Übernahme fremder Zustände (Fremdgefühle)


Zentrierung schafft eine klare innere Grenze:

👉 Das bin ich und das bist du.


Gerade in systemischer Arbeit ist sie deshalb zentral, um:

  • eigene Anteile von fremden Anteilen zu unterscheiden
  • Introjekte nicht zu übernehmen
  • in Kontakt zu bleiben, ohne sich zu verlieren


Zentrierung ist somit nicht nur Selbstregulation, sondern auch Voraussetzung für systemische Klarheit.

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