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Systemischer Re-Imprint

Definition Systemischer Re-Imprint:

Der Systemische Re-Imprint ist eine Weiterentwicklung des klassischen Re-Imprint aus dem NLP (verbunden mit den Namen Klaus Grochowiak und Dr. Susanne Lapp).

Während beim ursprünglichen Format eine belastende Ursprungssituation aufgesucht und mit neuen Ressourcen „überschrieben“ wird, berücksichtigt der systemische Re-Imprint zusätzlich:

  • familiäre Loyalitäten,
  • übernommene Rollen,
  • Introjekte und Fremdgefühle sowie
  • transgenerationale Dynamiken.


Es geht nicht nur darum, eine Erinnerung emotional zu verändern, sondern zu prüfen:

👉 Gehört das, was ich dort erlebt habe, wirklich zu mir oder trage ich etwas für ein anderes System?

Der systemische Re-Imprint verbindet also Ressourcenarbeit mit systemischer Entflechtung.

Anwendung Systemischer Re-Imprint:

Der systemische Re-Imprint wird besonders eingesetzt, wenn:

  • alte emotionale Muster trotz klassischer Interventionen bestehen bleiben,
  • ein Thema „größer wirkt als die Situation selbst“,
  • Schuld-, Scham- oder Ohnmachtsgefühle unverhältnismäßig stark erscheinen,
  • eine Person immer wieder in dieselbe Rolle rutscht (Retter, Angepasste, Überverantwortliche),
  • sich zeigt, dass ein innerer Anteil möglicherweise kein Eigenanteil, sondern ein Introjekt ist und
  • transgenerationale Themen mitschwingen (Krieg, Verlust, Schuld, Loyalität).


Besonders im Kontext von:

  • Führung und Autorität
  • Bindungsthemen
  • Parentifizierung
  • chronischer Überverantwortung

ANWENDUNGSBEISPIEL:

Eine Frau reagiert in Konflikten mit ihrem Vorgesetzten übermäßig unterwürfig, obwohl sie fachlich souverän ist.

Im klassischen Re-Imprint würde man:

  • die Ursprungsszene aufsuchen,
  • Ressourcen aktivieren und alle Beteiligte mit Ressourcen versorgen,
  • die Szene neu durchleben,
  • neue Handlungsmöglichkeiten verankern.


Im systemischen Re-Imprint wird zusätzlich gefragt:

  • Für wen war es damals gefährlich, sich zu zeigen?
  • Welche Aufträge wurden übernommen und wollen zurückgegeben werden?
  • Welche kindlichen Projekte wurden gebildet und können nun beendet werden?
  • Welche Fremdgefühle habe ich übernommen?
  • Trage ich hier eine Loyalität zu einem Elternteil?


Es zeigt sich: Ihre Mutter durfte in ihrer Herkunftsfamilie nie widersprechen. Der unterwürfige Anteil ist nicht nur ihr eigener Schutzmechanismus, sondern eine verinnerlichte systemische Überlebensstrategie.

Der Prozess umfasst daher:

  1. Würdigung der damaligen Funktion,
  2. Trennung vom fremden Anteil,
  3. Rückgabe der übernommenen Last,
  4. Integration eigener Ressourcen,
  5. Future Pace mit neuer innerer Ordnung.


Ergebnis: Nicht nur ein neues Verhalten, sondern eine neue innere Position im System.

Systemischer Kontext:

Der systemische Re-Imprint basiert auf der Annahme: Nicht jede emotionale Prägung ist rein individuell.

Manche Muster entstehen durch:

  • Parentifizierung,
  • transgenerationale Traumata,
  • systemische Schuld,
  • vererbte Überlebensstrategien und
  • unausgesprochene Familienregeln.


Deshalb reicht es nicht immer, eine Szene „mit ressourcen neu zu überschreiben“. Manchmal muss zuerst geklärt werden:

👉 Was davon ist wirklich meins?

👉 Und was darf ich zurückgeben?

Erst danach kann echte Integration stattfinden.

Der systemische Re-Imprint verbindet damit:

  • NLP,
  • Aufstellungsarbeit,
  • Teilearbeit und
  • klare Haltung zu Introjekten (nicht integrieren, sondern entfernen).

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