Definition Reframing:
Reframing bedeutet im NLP, einem Gedanken, Verhalten oder Ereignis einen neuen Bedeutungsrahmen („Frame“) zu geben, so dass die Situation in einem neuen Licht erscheint. Es geht nicht darum, Fakten zu leugnen, sondern Bewertungen und Interpretationen zu verändern.
Grundgedanke:
Die Bedeutung eines Erlebnisses entsteht durch den Kontext, in dem wir es betrachten. Verändert sich dieser Kontext, verändert sich oft auch unser Erleben.
Arten des Reframing:
I
Reframing-Typ | Beschreibung | Beispiel |
|---|
Kontext-Reframing | Eine als problematisch erlebte Eigenschaft wird in einem anderen Kontext als Ressource erkannt. | „Meine Sturheit ist im Job hinderlich.“ → „In Krisen bleibe ich standhaft.“ |
Bedeutungs-Reframing | Eine Situation erhält eine neue Bedeutung – durch andere Bewertung oder Perspektive. | „Mein Team kritisiert mich ständig.“ → „Sie trauen mir Entwicklung zu.“ |
Anwendung Reframing:
Reframing wird in vielen NLP-Formaten und Alltagssituationen verwendet, um emotionale Blockaden zu lösen oder Verhalten neu einzuordnen. Einsatzgebiete:
Coaching und Therapie (Auflösen limitierender Überzeugungen)
Führung und Teamarbeit (Verständnis fördern, Konflikte entschärfen)
Verkauf (vermeintliche Schwächen eines Produkts werden als Stärken reframed)
Persönlichkeitsentwicklung (Selbstbild stärken)
Systemische Aufstellungen (neue Bedeutung für Symptome oder Dynamiken)
Reframing ist eine der kraftvollsten NLP-Techniken überhaupt – und integraler Bestandteil der systemischen NLP-Practitioner-Ausbildung bei WildWechsel.
Hier lernst du nicht nur, wie du Reframing bei dir selbst anwendest, sondern auch, wie du es sicher und wirksam im Coaching einsetzt.
➡️ Zur NLP-PractitionerAusbildung – für alle, die denken wollen, was vorher undenkbar schien.
Anwendungsbeispiel:
Ein Klient sagt im Coaching:
„Ich bin immer so sensibel – das ist wirklich schwach.“
Die Coach hört genau hin – und bietet ein Reframing an, das mehrere Bedeutungsräume öffnet:
„Was wäre, wenn deine Sensibilität kein Zeichen von Schwäche, sondern von Wahrnehmungsstärke ist?“
„Menschen, die viel spüren, können oft auch tiefer verstehen.“
„Deine Sensibilität ist vielleicht genau das, was andere in deiner Nähe zur Ruhe bringt.“
„Sie macht dich zum Frühwarnsystem – du merkst, wenn Spannungen entstehen, bevor andere sie greifen können.“
„Vielleicht ist deine Sensibilität nicht das Problem, sondern deine Superkraft.“
Der Klient wird still. Dann beginnt er zu nicken.
Durch das angebotene Reframing erkennt er: Seine Sensibilität ist die Quelle seiner feinen Menschenkenntnis – ein Schatz für seine Arbeit als Führungskraft.
Durch die neue Perspektive entsteht Stolz statt Scham und er beginnt, seine Sensibilität gezielt einzusetzen, statt sie zu bekämpfen.
Systemischer Kontext:
Im systemischen NLP kann Reframing ganze Dynamiken verändern.
Wenn z. B. ein Familienmitglied als „Problemkind“ betrachtet wird, wirkt dieses Label wie ein hypnotischer Anker. Ein systemisches Reframing – z. B.: „Er trägt das, was alle anderen nicht fühlen wollen“ – kann die Verantwortung neu verteilen und Heilung im Feld ermöglichen.
Auch die Bewertung von Symptomen („Mein Rücken tut weh, weil ich versage.“ → „Mein Rücken erinnert mich, innezuhalten.“) ist ein kraftvolles Beispiel für systemisches Reframing.
Verwandte Begriffe: